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Schwangerschaft

Vorzeitige Wehen

Wehen sind schmerzhafte, an- und abschwellende Kontraktionen der Gebärmutter, die der Austreibung des Kindes dienen. Treten Wehen im Verlauf der Schwangerschaft vor der 37. Schwangerschaftswoche auf, so spricht man von vorzeitigen Wehen.


Welche Gründe gibt es für vorzeitige Wehen?

Eine häufige Ursache für eine vorzeitige Wehentätigkeit sind urogenitale Infektionen, d. h. Infektionen der Scheide und der ableitenden Harnwege. Auch bei einer vorzeitigen Öffnung des Muttermundes, beispielsweise nach vorangehenden schweren Geburten, bei Mehrlingsschwangerschaft oder Lageanomalien des Kindes bzw. des Mutterkuchens kann es zu vorzeitigen Wehen kommen. Letztlich können auch Veränderungen der Gebärmutter (Myomknoten, Fehlbildungen) zu einer vorzeitigen Wehentätigkeit führen.
Auch im Rahmen schwangerschaftsbedingter Erkrankungen wie Diabetes und Präeklampsie (Bluthochdruck, Ödeme, Leberschäden, Krampfanfälle) werden vorzeitige Wehen gehäuft beobachtet.


Was kann man bei vorzeitigen Wehen tun?

Alle therapeutischen Maßnahmen zielen darauf ab, das Kind so lange wie möglich im Mutterleib zu halten, um eine möglichst weite Reifung zu erreichen und Früh- oder gar Fehlgeburten zu vermeiden. Dazu sollten zunächst allgemeine Maßnahmen wie körperliche Schonung, Vermeidung von sexuellen Kontakten und das Einstellen beruflicher Tätigkeiten ergriffen werden. Eventuelle Infektionen werden antibiotisch behandelt.
Ein Schwangerschaftsdiabetes und Zeichen der Präeklampsie sollten bestmöglich medikamentös behandelt werden. In schweren Fällen (mehr als 6 Wehen von über 30 Sekunden Dauer pro Stunde, Öffnung des Muttermundes) verabreicht man Magnesium und wehenhemmende Medikamente (Tokolytika, z. Bsp. Fenoterol) verabreicht. Zudem erfolgt eine engmaschige Kontrolle der Schwangerschaft unter stationären Bedingungen.
Der Verschluss eines einmal geöffneten Muttermundes mit einer Cerclage bleibt verzweifelten Fällen vorbehalten und wird heute nahezu überhaupt nicht mehr durchgeführt. Cerclagen verbieten sich bei vaginalen Infektionen sowie generell nach der 28. Schwangerschaftswoche.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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