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Schwangerschaft

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist ein durch den dem Malaria-Erreger verwandten Einzeller "Toxoplasma gondii" verursachte Erkrankung, die bei Menschen mit gesundem Immunsystem sehr harmlos verläuft. Die Erkrankung gewann vor allem in Zusammenhang mit der Immunschwächekrankheit AIDS an Bedeutung. Eine Gefahr stellen Toxoplasmen zudem für Schwangere dar, da sie beim werdenden Kind zu schweren Entwicklungsstörungen führen können. Antikörper gegen Toxoplasmen werden bei weit über der Hälfte der Menschen in westlichen Industrienationen als Zeichen einer stattgefundenen Infektion gefunden.
Bei Gesunden führt diese Erkrankung meist überhaupt nicht zu Krankheitssymptomen. Gelegentlich entwickelt sich ein unspezifisches Krankheitsbild mit leichtem Fieber und Lymphknotenschwellungen. Der Erreger besitzt die Fähigkeit, in Form von Zysten im Körper zu verbleiben und sich dadurch der körpereigenen Abwehr zu entziehen. Bei Schwächung des Immunsystems (z. Bsp. AIDS) können diese Zysten sich wieder zu Toxoplasmen entwickeln und dann schwere Infektionen des Gehirns und der Netzhaut verursachen.
Bei Schwangeren kommt es aufgrund des intakten Immunsystems nicht zu einer solchen Reaktivierung. Die Kinder sind lediglich dann gefährdet, wenn es während der Schwangerschaft zu einer Neuinfektion kommt.

Wie wird die Toxoplasmose übertragen?

Der Erreger existiert in seiner zystischen Form über Jahre vor allem in der Muskulatur seiner Wirte. Dazu zählen insbesondere Schlachttiere. Eine Infektionsquelle der Toxoplasmose stellt daher ungenügend gekochtes oder rohes Fleisch dar. Schwangere sollten dieses meiden.
Ein weiterer wichtiger Infektionsweg beruht auf der Tatsache, dass der Endwirt der Toxoplasmen die Hauskatze ist. Diese scheiden infektiöse Toxoplasmen mit dem Kot aus. Vom Umgang mit Katzen sollte Schwangeren daher abgeraten werden. Lässt er sich nicht vermeiden, so sollte sehr darauf geachtet werden, dass die Schwangeren nach jedem Kontakt gründlich ihre Hände waschen. Auf Berührungen der Katze mit dem Mund ist gänzlich zu verzichten.


Wie wird die Toxoplasmose diagnostiziert?

Die Untersuchung auf Toxoplasmose wird zwar lediglich bei begründetem Verdacht empfohlen, ist aber de facto meist Bestandteil der routinemäßigen Schwangerschaftsuntersuchungen. Der Nachweis einer Infektion beruht dabei auf Antikörperbestimmungen. Die Interpretation, ob es sich bei positivem Antikörpernachweis um eine frische Infektion oder lediglich ein Zeichen einer alten Infektion handelt, kann dabei im Einzelfall Schwierigkeiten bereiten und erfordert ein großes Maß an Erfahrung.


Welche Schäden verursacht eine frische Toxoplasmeninfektion in der Schwangerschaft?

Die Toxoplasmen können beim werdenden Kind, auch abhängig vom Infektionszeitpunkt, zu einer ganzen Reihe von Schädigungen führen. Diese können von Entzündungen der Netzhaut, Verkalkungen des Gehirns und der Ausbildung eines Wasserkopfes über Fehlbildungen bis hin zu Fehl- und Totgeburten reichen.

Was wird bei Verdacht auf eine frische Toxoplasmeninfektion unternommen?

Vor der 16. Schwangerschaftswoche kommt in erster Linie das Antibiotikum Spiramycin zum Einsatz. Danach kann auch auf Sulfonamide und Pyrimethamin zurückgegriffen werden, welche vorher aufgrund ihrer potenziell fruchtschädigenden Wirkung nicht gegeben werden dürfen.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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