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Schwangerschaft

Schwangerschaftserbrechen

Man kennt es aus einer unüberschaubaren Anzahl von Filmen: Eine Frau rennt morgens unvermittelt auf die Toilette und übergibt sich. Nachdem sie an den Frühstückstisch zurückkehrt, stellt eine Freundin die unausweichliche Frage: "Sag mal, bist du schwanger?".
Das Schwangerschaftserbrechen (Emesis gravidarum) ist eines der häufigsten Symptome in der Frühschwangerschaft. Man schätzt, dass ca. jede 3. bis 4. Schwangere davon betroffen ist. Das regelmäßige Erbrechen tritt typischerweise 2 bis 4 Wochen nach der Empfängnis auf und legt sich in der Regel nach dem 3. Schwangerschaftsmonat.


Wodurch wird das Schwangerschaftserbrechen ausgelöst?

Die Ursache der Emesis gravidarum ist ungeklärt. Man vermutet, dass die hormonelle Umstellung des Organismus im Rahmen der Schwangerschaft das Erbrechen zumindest begünstigt.
Von besonderer Bedeutung scheint dabei das von der eingenisteten befruchteten Eizelle produzierte humane Choriogonadotropin (hCG) zu sein. Dieses Hormon, das den Erhalt der Schwangerschaft mitbedingt und Grundlage verschiedener Schwangerschaftstests ist, erlangt seine höchste Konzentration zu Beginn der Schwangerschaft und geht dann immer mehr zurück, ohne jedoch ganz zu verschwinden.
Es gibt Theorien, die besagen, dass die Emesis gravidarum einen evolutionsbiologischen Vorteil darstellt, indem sie die Schwangere vor der Aufnahme möglicherweise fruchtschädigender Substanzen schützen soll. Solche Annahmen erscheinen jedoch als alleinige Erklärung wenig einleuchtend.


Wann muss ich bei Erbrechen in der Schwangerschaft zum Arzt?

In der Regel ist das Schwangerschaftserbrechen als normale und harmlose Reaktion des Körpers auf die hormonelle Umstellung zu betrachten und bedarf keiner ärztlichen Therapie. Meist ist regelmäßiges, ausreichendes Trinken, sowie die Aufnahme mehrerer, über den Tag verteilter kleiner Mahlzeiten ausreichend.
In seltenen Fällen geht das Erbrechen jedoch über das normale Maß hinaus. Man spricht dann von einer Hyperemesis gravidarum. In diesen Fällen kann das Erbrechen so stark sein, dass es zu einem enormen Wasser- und Salzverlust kommen kann, der sowohl Mutter als auch Kind gefährden kann. Alarmzeichen sind Schwindelgefühl und Gewichtsverlust sowie trockene Schleimhäute. In diesen Fällen kann der Arzt durch eine Blutuntersuchung eventuell vorhandene Verschiebungen im Salz- und Wasserhaushalt erkennen und gegebenenfalls mit Infusionen ausgleichen. Zudem existieren einige Medikamente, die den Brechreiz unterdrücken und so lindernd wirken können.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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