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Schwangerschaft

Fehlgeburt

Fehlgeburten sind für Schwangere immer ein äußerst belastendes Erlebnis. Unangebrachte Schuldgefühle und vielleicht (unterschwellige) Vorwürfe von Seiten des Partners komplizieren die Situation zusätzlich. Dabei kann die Ursache für eine Fehlgeburt im Einzelfall nur selten definitiv geklärt werden.

Fehlgeburten sind - entgegen weitläufiger Annahmen - häufige Ereignisse: 20 % der erkannten Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt. Man muss jedoch bedenken, dass eine große Anzahl von Fehlgeburten innerhalb weniger Tage nach der Befruchtung stattfindet und damit zeitlich oft mit der Regel der Frau zusammenfällt. Die Frau ist sich in diesen Fällen ihrer Schwangerschaft nicht bewusst. Diese Tatsache führt dazu, dass die tatsächliche Fehlgeburtsquote auf 30 - 50 % aller Schwangerschaften geschätzt wird.

Von der spontanen Fehlgeburt (Abort) ist der Schwangerschaftsabbruch (Abruptio) zu unterscheiden, der in Deutschland rechtlich nach dem Paragrafen 218 geregelt ist und entweder medikamentös (RU 486, nicht zugelassen in Deutschland) oder mechanisch durchgeführt wird.


Welche Ursachen gibt es für eine Fehlgeburt?

Man unterscheidet im Wesentlichen Ursachen des mütterlichen und des kindlichen Organismus.

  • Mutter

    Eine schlechte Entwicklung des Mutterkuchens kann zu einer Minderversorgung des Kindes führen und einen Abort verursachen. Weitere Gründe sind Schädigungen der Gebärmutter (Fehlbildungen, Tumore, Vernarbungen nach Infektionen etc.) oder ein unzureichender Schluss des Muttermundes (Zervixinsuffizienz). Auch hormonelle Störungen der Mutter wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion können eine Fehlgeburt begünstigen. Letztlich sind mechanische Ursachen wie Stürze oder Schläge als Grund für einen Abort zu erwähnen.

  • Kind

    Häufigste kindliche Ursache für einen Abort sind Schädigungen des Erbgutes, die meist bereits sehr früh zu einem Abort führen. Bei bestimmten Chromosomen-Konstellationen des mütterlichen und väterlichen Erbgutes kommt es regelmäßig zu einem auf die Frucht beruhenden Abort. Erleidet eine Mutter drei Fehlgeburten in Folge spricht man von einem habituellen Abort, der immer Anlass zu einer Chromosomenanalyse beider Partner geben sollte. Auch Infektionen des Kindes (Röteln, Toxoplasmose) können besonders in den ersten Schwangerschaftswochen zu einem Absterben der Frucht führen.


Wie erkenne ich eine Fehlgeburt?

Abgesehen von den Frühestaborten, bei denen sich die Schwangere ihrer Schwangerschaft nicht bewusst ist und die oft unbemerkt ablaufen, äußert sich eine Fehlgeburt in der Regel mit einer mehr oder minder starken Blutung und krampfartigen vaginalen Bauchschmerzen (Wehen). Bei einer Fehlgeburt im späteren Schwangerschaftsverlauf, kann es mit der Blutung zu einem spontanen Abgang der Frucht kommen. Ein Sonderfall stellt die so genannte "missed abortion" dar, bei der es zu einem Absterben des Embryos in der Gebärmutter ohne Wehentätigkeit und Blutung kommt. Die Diagnose wird in der Regel in einer Ultraschalluntersuchung gestellt. Es muss dann eine künstliche Austreibung erfolgen.


Wie verhalte ich mich bei dem Verdacht auf eine Fehlgeburt?

Bei jeder Blutung in der Schwangerschaft sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Gleichzeitig muss sich die Schwangere körperlich schonen. Man sollte also nicht zum Arzt laufen, sondern einen Transport organisieren. Ist der Muttermund noch geschlossen, spricht man von einer drohenden Fehlgeburt (Abortus imminens). Dann kann durch wehenhemmende Medikamente (Magnesium, Fenoterol) die Schwangerschaft in einigen Fällen erhalten werden. Bei bereits geöffnetem Muttermund und beginnendem Abort (Abortus incipiens) ist dies in der Regel nicht mehr möglich. Hier zielt die Therapie auf eine möglichst schnelle, vollständige und unkomplizierte Austreibung der Frucht ab.
Bleiben Teile der Frucht (z. Bsp. der Mutterkuchen) in der Gebärmutter zurück, spricht man von einem unvollständigen Abort (Abortus incompletus), bei Abgang aller kindlichen Anteile von einem vollständigen (Abortus completus). Trotzdem sollte in jedem Fall nach einer Fehlgeburt eine Ausschabung erfolgen.


Wie risikoreich ist eine erneute Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt?

Nach einer Fehlgeburt ist das Risiko für eine erneute Fehlgeburt in einer folgenden Schwangerschaft leicht erhöht und die Schwangerschaftsbetreuung sollte intensiviert werden. Prinzipiell ist aber nach einer Fehlgeburt eine erfolgreiche Schwangerschaft möglich. Bei habituellen Aborten ist eine humangenetische Abklärung und Beratung des betroffenen Paares dringend zu empfehlen.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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