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Schwangerschaft

Ernährung und Schwangerschaft

Wie sollen sich Schwangere ernähren? Zu diesem Thema gibt es von unterschiedlichen Seiten eine schier unendliche Anzahl von Empfehlungen, die wissenschaftlich mehr oder weniger gut belegt sind.

Sicher ins Reich der falschen Vorschläge kann man den Rat verweisen, in der Schwangerschaft für zwei zu essen. Der Energiebedarf einer Schwangeren liegt nur ca. 20 % über dem von Nichtschwangeren, eine Verdoppelung der Nahrungsaufnahme ist daher bei weitem zuviel. Eine Faustregel besagt, dass eine Schwangere im Verlauf der Schwangerschaft etwa 10 kg an Körpergewicht zunehmen sollte.

Sicher empfehlenswert ist allerdings, besonders während der Schwangerschaft auf eine Ausgewogenheit der Ernährung zu achten. Vor allem Vitamine und Mineralien werden während der Schwangerschaft für die Entwicklung des Kindes in erhöhtem Maße benötigt. Die meisten dieser Substanzen werden durch eine ausgewogene Ernährung in ausreichendem Maße zugeführt. Dazu zählt viel frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte, die Calcium bereitstellen, und gelegentlich Fleisch und Fisch. Eine vegetarische Kost ist für Schwangere zwar möglich, aber nicht optimal. Gegebenenfalls muss Eisen in Tablettenform eingenommen werden.

Zusätzliche (supplementäre) Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen ist in der Regel nicht notwendig. Einige der Stoffe (Vitamin A, D, E, K, Zink) können auch überdosiert werden. Entschließt sich eine Schwangere doch zu einer Einnahme von Supplementen, so sollte dies nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Einen Sonderfall stellen Folsäure und Jodid dar.


Folsäure

Folsäuremangel wird vor allem in der Frühschwangerschaft mit Entwicklungsstörungen des Zentralen Nervengewebes (Neuralrohrdefekte) in Verbindung gebracht.
Der bekannteste Neuralrohrdefekt ist die Spina bifida, bei der es zu einem unvollständigen Schluss der Wirbelbögen kommt. Das Rückenmark liegt in diesen Fällen frei oder ist lediglich von einer dünnen Haut bedeckt und damit äußerst anfällig gegenüber Schädigungen. Die Kinder werden oft bereits mit einer Querschnittslähmung geboren.
Folsäure wird während der Schwangerschaft in einer Menge von mindestens 400 µg benötigt. Da es sich um ein sehr labiles Vitamin handelt, das bereits beim Kochen und bei längerer Lagerung größtenteils zerstört wird, kann es für Schwangere empfehlenswert sein, Folsäure in Tablettenform einzunehmen. Da sich Neuralrohrdefekte in der frühen Schwangerschaft entwickeln, sollte die Einnahme baldmöglichst nach Bestätigung einer Schwangerschaft begonnen werden.


Jodid

Der Mineralstoff Jodid ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone.
Deutschland - insbesondere die küstenfernen Regionen - ist ein Jodmangelgebiet: Das mit der Nahrung aufgenommene Jodid ist oft schon bei gesunden Nichtschwangeren nicht ausreichend.
In der Schwangerschaft ist der Jodidbedarf erhöht. Einerseits braucht das Kind Jodid für die Produktion eigener Schilddrüsenhormone, andererseits ist Jod äußerst wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Jodmangel in der Schwangerschaft kann zu verheerenden Folgen führen, die von Intelligenzminderungen bis zur körperlichen und geistigen Behinderung reichen.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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