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Krebs

Hodenkrebs

Unter dem Begriff Hodenkrebs werden bösartige Tumoren zusammengefasst, die ihren Ursprung von Zellen des Hodens haben. Da über 97 Prozent der Tumoren von den Keimzellen ausgehen, werden in diesem Rahmen lediglich die Keimzelltumoren besprochen.

Der Hodenkrebs macht nur etwa 1 Prozent der bösartigen Tumoren des Mannes aus. Seine Bedeutung liegt jedoch darin begründet, dass er bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren die häufigste bösartige Tumorart darstellt.

Wie entsteht der Hodenkrebs?

Die genauen Ursachen, die zur Entstehung von Hodenkrebs führen, sind weitestgehend unbekannt. Klar ist jedoch, dass es einige Risikofaktoren gibt, die für die Entwicklung der Erkrankungen wichtig sind.
Bedeutsam (etwa zehnfach erhöhtes Risiko) ist in diesem Zusammenhang der Hodenhochstand. Dies ist eine Erkrankung, bei der der Hoden im Laufe der kindlichen Entwicklung nicht vollständig aus dem Bauchraum in den Hodensack absteigt. Selbst bei frühzeitiger Therapie geht das Risiko nicht ganz auf das Niveau der gesunden Bevölkerung zurück.
Ein weiterer Risikofaktor ist das Auftreten von Hodenkrebs auf der Gegenseite. Männer, die bereits auf einer Seite an Hodenkrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, dass sich auch am anderen Hoden ein bösartiger Tumor bildet.

Von geringerer Bedeutung sind Umweltgifte, beispielsweise haben Schornsteinfeger und Bergarbeiter ein leicht erhöhtes Hodenkrebsrisiko.


Wie erkenne ich einen Hodenkrebs?

Das wichtigste Leitsymptom der Erkrankung ist die schmerzlose, meist einseitige Schwellung des Hodens. Fieber und Gewichtsverlust werden gelegentlich berichtet. Erst bei Metastasierung kommt es zu Symptomen wie Rückenschmerzen, Knochenschmerzen oder Kopfschmerzen, eventuell auch Krampfanfällen.


Wie wird der Hodenkrebs diagnostiziert?

Der Verdacht ergibt sich meist durch den Tastbefund. Häufig fällt die Schwellung den Patienten bzw. deren Partnerinnen selbst auf. Die Verdachtsdiagnose erhärtet sich anhand einer Ultraschalluntersuchung des Hodens. Eine Kernspintomografie kann in Zweifelsfällen durchgeführt werden.
Hinweise können auch Tumormarker liefern, die mittels einer Blutuntersuchung beurteilt werden können. Die Tumormarker sind diagnostisch aufgrund ihrer geringen Aussagekraft nur von untergeordneter Bedeutung, spielen vielmehr für die Verlaufsbeobachtung eine größere Rolle. Die Sicherung der Diagnose ist nur durch Entnahme einer Gewebeprobe mit anschließender feingeweblicher Aufarbeitung möglich. Jeder verdächtige Ultraschallbefund sollte eine operative Freilegung des Hodens nach sich ziehen. Immer muss auch aus dem Hoden der Gegenseite eine Gewebeprobe entnommen werden, da beidseitige Erkrankungen vorkommen.
Nach Diagnosesicherung muss eine Stadieneinteilung erfolgen. Dazu wird ein Computertomogramm des Bauchraums, ein Röntgenbild des Brustkorbs und (lediglich bei Verdacht auf Hirnmetastasen) ein Kernspintomogramm des Schädels notwendig.


Welche therapeutischen Optionen existieren für den Hodenkrebs?

Die Therapie richtet sich nach Art und Ausbreitung (Stadium) des Tumors. Grundsätzlich wird der befallene Hoden in jedem Stadium über einen Zugang von der Leiste her komplett entfernt. Ist die Erkrankung auf den Hoden beschränkt, schließt sich eine Strahlentherapie der Lymphabflusswege an. In neueren Studien konnte gezeigt werden, dass eine abwartende Haltung mit Verzicht auf die Bestrahlung in diesen frühen Stadien nicht notwendigerweise zu einer Prognoseverschlechterung führt. Wie also vorgegangen wird, muss von Arzt und Patient im Einzelfall entschieden werden. In allen höheren Stadien ist eine zusätzliche Chemotherapie unumgänglich.


Prognose

Der Hodenkrebs hat insgesamt eine ausgesprochen günstige Prognose. Selbst in sehr weit fortgeschrittenen Stadien werden bei optimaler Therapie mittlerweile Heilungsquoten von über 90 -95 Prozent erreicht. Im Stadium I liegt die Heilungschance sogar bei nahezu 100 Prozent.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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