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Ernährung & Diät

Vitamin-A-Mangel

Vitamin A (Retinol) kann entweder direkt oder als Vitamin-Vorstufe (Provitamin A, Carotinoid) aufgenommen werden.

Das wichtigste Carotinoid ist das Beta-Karotin, das aus zwei verknüpften Retinol-Bausteinen besteht. Carotinoide haben wie die Vitamine A und E antioxidative Fähigkeiten, d. h. sie können körpereigene Strukturen gegen oxidative Substanzen wie Sauerstoffradikale schützen und so deren Schädigung verhindern.

Damit sind die vielfältigen Funktionen des Vitamin A allerdings noch nicht erschöpft. Retinol bildet mit der vom Körper gebildeten Substanz Opsin das Rhodopsin (Sehpurpur), welches für die Funktion der Netzhaut von großer Bedeutung ist. Zudem ist Vitamin A bei der Regeneration der Haut und der Schleimhäute beteiligt.


Wie äußert sich ein Vitamin-A-Mangel?

Erste Anzeichen eines Vitamin-A-Mangels sind Sehstörungen (vor allem Nachtblindheit) und Veränderungen der Haut sowie der Schleimhäute. Diese können stark austrocknen. Besonders im Bereich der Bindehaut des Auges kann dies schwere Schädigungen der Hornhaut nach sich ziehen, die bis zur Erblindung des betroffenen Auges reichen können.
Ob ein chronischer Vitamin-A-Mangel als Folge einer verstärkten Wirkung oxidativer Substanzen das Krebs- oder Arteriosklerose-Risiko steigert, wird diskutiert, bleibt aber umstritten.
Der Vitamin-A-Mangel ist in der Regel nicht ernährungsbedingt, da sowohl Retinol, als auch Carotinoide weit verbreitet sind. Als fettlösliches Vitamin ist seine Aufnahme allerdings von emulgierend wirkenden Gallensäuren abhängig, so dass es bei Störungen im Bereich der Gallesekretion oder -produktion zu einer verminderten Aufnahme kommen kann.


Welche Nahrungsmittel sind besonders Vitamin-A-reich?

Retinol ist vor allem in tierischen Produkten (Fleisch, Eier, Milchprodukte) enthalten, während Carotinoide hauptsächlich mit dem Verzehr von Pflanzen orange-rötlicher Farbe aufgenommen werden (Karotten, Paprika, Rote Bete, Kirschen). Optimalerweise sollte die Ernährung sowohl Retinol als auch Carotinoide beinhalten.


Kann man Vitamin A auch überdosieren?

Überschüssiges Vitamin A wird im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen gespeichert und kann zu Schäden führen. Interessanterweise kann eine Vitamin-A-Vergiftung nur durch Aufnahme des aktiven Retinols hervorgerufen werden. Ab einer regelmäßigen Einnahme des 30-fachen des Retinolbedarfs (ca. 1 mg/Tag) kommt es zunächst zu Erbrechen und Schwindelgefühlen. Regenerationsstörungen der Haut und Schleimhäute kommen genauso vor wie akuter Haarausfall. In schweren Fällen sind Hornhautschäden des Auges und Leberfunktionsstörungen möglich.
Vitamin A ist in der Schwangerschaft für die regelrechte Entwicklung des Embryos unerlässlich. Die Einnahme von Vitamin A sollte in der Schwangerschaft 3 mg jedoch nicht übersteigen, da es sonst zu Reifungsstörungen und Fehlbildungen der Frucht kommen kann.


Diese Informationen stellen keinen Ersatz für die professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Der Inhalt von apotheke-westerhausen.de kann und darf nicht dazu dienen, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Medikamente sollten niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
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